Lebendfutter Infos
 

Lebendfutter Infos

Infos Mückenlarven   Rote Mückenlarven   Weiße Mückenlarven
Schwarze Mückenlarven   Gesetze zum Tümpeln

 Gesetze zum Tümpeln

Bei vielen Leuten, die selber "Tümpeln" gehen und Fischnährtiere / Futtertiere fangen wollen, ist der Glaube vertreten, dass rechtlich gesehen in Deutschland dem Fang von Lebendfuttert nichts im Wege steht.

Dem ist nicht immer so !!

Viele Fischnährtiere fallen meines Wissens nach in einzelnen Bundesländern unter das Landesfischereigesetz. In manchen Bundesländern ist dem nach das Tümpeln nur mit einer Genehmigung des Fischereiberechtigten / Fischereiausübungsberechtigten erlaubt. Manchmal geht das unter Umständen soweit, dass Fischereiberechtigte nur gegen Gebühr eine Futtertier-Fanggenehmigung erteilen.

Zudem kann für die Ausübung des Futtertierfangs (Tümpelns) ein Fischereischein vorausgesetzt werden. So ein Fischereischein kann bei den zuständigen Behörden (z.B. Ordnungsamt oder Bürgeramt) beantragt werden. Eine Beantragung ist  allerdings nur möglich, wenn man eine bestandene Fischerprüfung nachweisen kann.

Die Pächter / Inhaber des jeweiligen Gewässers müssen aber in jedem Fall auch der Futtertier-Entnahme zustimmen.

Beim Tümpeln in Naturschutzgebieten, sollte vorher zusätzlich mit der zuständigen Naturschutzbehörde Rücksprache gehalten werden.

zum Seitenanfang

"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"

Mal abgesehen vom "gewerblichen Lebendfutter-Fang", wäre es vielleicht einfacher in den deutschen Gesetzesbüchern nur noch die Tätigkeiten aufzuführen, die erlaubt sind. So ließe sich einiges an Papier sparen und die Bücher könnten auf Schulheftgröße schrumpfen.

Lebendfutter / Infos Mückenlarven:

Von den in Deutschland lebenden Mücken Arten, kommen bei der Aquaristik, Terraristik und manchmal auch beim Angelsport meistens nur drei der Mückenlarven-Arten als Futtertiere zum Einsatz. Im Handel können Futtertier-Nachzuchten gefriergetrocknet oder als Frostfutter und Lebendfutter bezogen werden.

Die geläufigsten Larven sind:

  • rote Mückenlarven (Chironomus plumosus)

  • schwarze Mückenlarven (Culex pipiens)

  • weiße Mückenlarven (Chaoburus crystalinus)

Es sollten nur qualitativ hochwertige Mückenlarven verwendet werden. Bei den Mückenlarven, wie auch bei anderen Lebendfutter und Frostfutter-Sorten gibt es im Handel erhebliche Qualitätsunterschiede.

zum Seitenanfang

Infos rote Mückenlarven / Zuckmückenlarven:

Rote Mückenlarven halten sich überwiegend im Schlamm schwach fließender und stehender Gewässer auf. Auch in vielen belasteten Abwässern fühlt sich diese Larve wie zu Hause. Selbst wenn andere Insekten oder Fischnährtiere auf Grund von Sauerstoffmangel und Verunreinigungen bestimmte Gewässertypen meiden, kann das die rote Mückenlarve nicht davon abhalten sich in derart belasteten Gewässern anzusiedeln. Ich kann mich daran erinnern, dass z.B. in den Schlammteichen (Absetzteichen) unserer ortsansässigen Zuckerfabrik Massen dieser Zuckmückenlarven vorkamen

Die rote Farbe wird bei diesen Tieren durch den körpereigenen Blutfarbstoff hervorgerufen. Bei den roten Mückenlarven kann die Färbung altersbedingt von hell bis dunkelrot variieren. Bei älteren Tieren verlagert sich der Farbton immer mehr in Richtung dunkelrot.

Im Gewässerschlamm sitzt jede einzelne Zuckmückenlarve in ihrer eigenen Röhre (Behausung). Bei Dunkelheit kann man die Larven dieser Mücken auch außerhalb ihrer Wohnröhre im freien Wasser antreffen.

 zum Seitenanfang

Hinweis rote Mückenlarven:

Der rote Blutfarbstoff dieser Mückenlarven soll dem Hämoglobin im menschlichen Blut ähneln. Empfindliche Aquarianern können bei Kontakt mit diesen Stoffen Allergien bekommen.

Rote Mückenlarven (lebend oder gefroren) als Cichliden-Futter:

Ich verfüttere grundsätzlich keine rote Mückenlarven mehr (in Form von Lebendfutter / Frostfutter) in meinem Cichliden Aquarium!

Der Grund ist, dass einige meiner afrikanischen Barsche nach der Verfütterung von qualitativ hochwertigen roten Mückenlarven starke Verdauungsprobleme bekommen haben. Drei der Tiere sind vermutlich an den Folgen eingegangen. Seitdem verwende ich bei den Afrikanern diese Speziellen Mückenlarven nicht mehr als Futter.

Mal abgesehen von den ganzen gegensätzlichen Meinungen und Infos zum Thema Zuckmückenlarven gibt es anscheinend Zierfische, die rote Mückenlarven (Verdauungsbedingt) sehr gut, weniger gut oder gar nicht vertragen.

Man sollte nie alles über einen Kamm scheren. Jeder Fischbesatz kann auf verschiedene Futtersorten (z.B. rote Mückenlarven) anders reagieren.

Rote Mückenlarven waren für meine Diskus und deren Begleitfischen nie ein Problem. Die Diskus fraßen gierig diese Futtertiere und haben dabei keinerlei Verdauungsprobleme gezeigt. Auch ein Freund verwendet dieses Futter bei seiner Diskuszucht und den Schmetterlings-Buntbarschen / Ramirezi's ohne Probleme / Folgeerscheinungen.

zum Seitenanfang

Infos schwarze Mückenlarven (Larven der Stechmücken) :

Schwarze Mückenlarven sind vom Sommer bis Herbstanfang in kleinen, offenen Wasserbehältern (z.B. Regentonne, Gießkanne) oder in kleineren stehenden Wasseransammlungen anzutreffen.

Ein Wald, der sich in der Nähe meines Wohnortes befindet, ist z.B. mit etlichen Bombentrichtern und flachen Gräben durchsetzt. Diese Gräben und überwiegend flache Trichter füllen sich nach jeder stärkeren Regenperiode mit Wasser. Nach kurzer Zeit befinden sich in diesen Wasseransammelungen an der Oberfläche große Mengen von schwarzen Mückenlarven. Mit einem Kescher kann man sie dann sehr leicht an der Wasseroberfläche abfischen.

Schwarze Mückenlarven sind nahrhafter als rote Mückenlarven also ein sehr hochwertiges Futter. Meine Diskusfische und Schmetterlingsbuntbarsche kamen nach ein paar solcher Lebendfutter-Gaben immer sofort in Laichstimmung. Aber auch im Gesellschaftsbecken prügelten sich der Zierfischbesatz regelrecht um diese kleinen Futtertiere.

Oberflächen Absauger sollten im Aquarium allerdings vorübergehend außer Betrieb genommen werden, wenn schwarze Mückenlarven verfüttert werden. Macht man das nicht, landen die sich an der Wasseroberfläche aufhaltenden Larven unweigerlich im Filter.

Im Terrarium werden schwarze Mückenlarven hingegen gezielt eingesetzt und zum Schlüpfen gebracht, um z.B. bei Fröschen oder anderen Reptilien den Jagdtrieb zu wecken. Das setzt natürlich ein hundertprozentig mückendichtes Terrarium voraus.

zum Seitenanfang

Ein kleines abschreckendes Beispiel zum Thema schwarze Mückenlarven:

Vor etlichen Jahren habe ich mit meiner Frau einmal einen 4 Tage langen Kurzurlaub verbracht. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich dabei geritten hat, zu versuchen den Urlaub fütterungstechnisch beim Diskus Aquarium mit einer übertriebenen Gabe von lebenden schwarzen Mückenlarven (Culex pipiens) zu überbrücken. Durch die hohen Temperaturen (29 C°) im Diskusaquarium, wurden sehr viele schwarze Mückenlarven vorzeitig zum Schlupf gebracht.

Die Folgeerscheinungen sahen so aus:

Als wir aus dem Kurzurlaub um ca. 24 Uhr zurückkamen, fielen nach dem Öffnen der Wohnungstür, hunderte von Stechmücken über uns her. Ich weiß nicht, ob überhaupt noch mückenfreie, helle Stellen auf den Decken und Wänden zu erkennen waren.

Nach kurzem Schock, haben wir uns dann mit einem Staubsauger, Heißluftföhn und allen möglichen anderen Utensilien bewaffnet auf die Jagd gemacht. Um ca. 2.30 Uhr war der Spuk beendet und wir konnten endlich schlafen gehen.

Mit dem immerwährenden Hunger nach menschlichen oder von anderen Warmblütlern stammenden Blut, ist diese Stechmückenart wohl die unbeliebteste Spezie unter den Menschen überhaupt!

zum Seitenanfang

Infos weiße Mückenlarven (Larven der Büschelmücke):

Glasstäbchenartige, weiße Mückenlarven kommen nur in sehr sauberen, nicht belasteten, fischarmen Gewässern vor und sind das ganze Jahr über aktiv. Diese kleinen "Glaslarven" sind fettarm, gut haltbar und können deshalb als Futtertiere das ganze Jahr über verwendet werden.

Der Körper der weißen Mückenlarve ist durchsichtig. Werden diese Larven unter einer Lupe oder einem Binocular Mikroskop gelegt, können die inneren Organe deutlich betrachtet werden.

Im Gegensatz zu den oben genannten schwarzen Stechmücken (Culex pipiens), benötigt die weiße Büschelmücke (Chaoburus crystalinus) kein Blut, um nach der Befruchtung neue Eier im Körper auszubilden. Sie sticht also nicht und saugt auch kein Blut aus.

Die durchsichtige Larve dieser Mückenart hält sich überwiegend waagerecht stehend im freien Wasser auf und bewegt sich mit ruckartigen Körperbewegungen fort.

Die weißen Larven der Büschelmücke sind kleine Räuber und ernähren sich von Zooplankton und anderen kleinen Wassertieren. Da die Larven sich unter Wasser sehr schnell fortbewegen können, sollte es tunlichst vermieden werden, sie in Aquarien mit Fischbrut einzusetzen. Die kleinen Fische könnten von den weißen Mückenlarven unter Umständen als willkommener Futterhappen angesehen werden.

Durch die schnelle Fortbewegungsart kann die eine oder andere Larve auch schon mal einem größeren Fisch entkommen. Dadurch wird der natürliche Jagdtrieb der Zierfische unterstützt.

zum Seitenanfang

Alle Bilder, Grafiken, Videosequenzen und Texte meiner Webseite unterliegen dem Urheberrecht !
Meine Aquaristik und Lebendfutter Infos, wurden für eine Auflösung
mit 1024 x 768  und  1280 x 1024 Pixel optimiert.

Impressum & Nutzungsbedingungen  Kontakt  Webseite Infos